AVDK von 1829

Geschichte der ältesten Karnevalsgesellschaft Düsseldorfs

1834

Freiherr. v. Schmitz-Grollenburg

Aus den Akten des Regierungspräsidenten

Der Regierungspräsident in Düsseldorf erließ am 8. Februar 1834 an den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf folgende Verfügung:

„An den Herrn Oberbürgermeister v. Fuchsius Hochwohlgeboren - hier-selbst. Mittelst der in beglaubigter Abschrift beigefügten Allerhöchsten Order vom 31. v. Mts. haben des Königsmajestät aufs neue die Carnevals-Lustbarkeiten im Allgemeinen untersagt. Ew. Exz. voran lasse ich daher in folge höherer Verfügung, wenn etwa hier dergleichen beabsichtigt werden sollte, das Erforderliche sofort anzuordnen, damit der Befehl Seiner Majestät des Königs pünktlich vollzogen werde. Unterschrift gez... "

In der Kabinettsorder vom 31.01.1834 waren Karnevalsveranstaltungen nur in den Städten der Rheinprovinz zugelassen, wo sie sich seit alters her fortgesetzt erhalten haben, wie es z. B. in Cöln der Fall gewesen ist.

Daraufhin berichtet der Oberbürgermeister von Düsseldorf am 23. Februar 1834 an den Hochwohlgeborenen Herrn Regierungschefpräsident Frhr. v. Schmitz-Grollenburg, daß in Düsseldorf schon lange vor der Besitzergreifung durch den Preußischen Staat bedeutende Maskenbälle, Maskenzüge und Carnevalsbelustigungen stattgefunden hätten und daher die recr. Kabinettsorder in hiesiger Stadt keine Anwendung finden könne.

Diese Gegendarstellung wurde bereits am 26. Februar 1834 an den Oberpräsident in Coblenz weitergeleitet. Nach längerem Hin und Her erhielt Düsseldorf eine Ausnahmegenehmigung in Aussicht gestellt, wenn ein diesbezüglicher Antrag einginge.
Für die Städte Coblenz, Aachen und Trier wurde solches nicht avisiert. Der Ablehnungsgrund lag in der „Beeinträchtigung der Moralität bei den die rohe Lust erzeugenden Tanzvergnügen vor allem bei der niederen Bevölkerungsklasse, der Vorschubleistung zur Abhaltung von Trinkgelagen und dadurch hervorgerufenen leichtsinnigen Geldausgaben, die bis zur Armut führen und somit den Wohlstand schmählern“ Durch Kabinettsorder vom 31. Januar 1835 war es der Stadt erst möglich, einen Antrag an das Staatsministerium zu stellen. Das geschah auch, so daß der 1.offizielle Karnevalszug in diesem Jahr durch die Straßen Düsseldorfs ziehen konnte.