AVDK von 1829

Geschichte der ältesten Karnevalsgesellschaft Düsseldorfs

1843/1844

1843, Lithografie

koloriert, Stadtmuseum D 4335

Freiherr Raitz von Frentz, der aus altem kölnischem „Uradel" stammte und von 1839 bis 1863 Landrat von Düsseldorf war wandte sich Ende 1843 an den damaligen Düsseldorfer Oberbürgermeister Fuchsius mit der Bitte, ihm Vorschläge zur Einschränkung der Karnevalslustbarkeiten zu machen. Es habe sich in den letzten Jahren in Düsseldorf eingebürgert, daß die „Vorbereitungen zu den Karnevals-Vergnügungen schon gleich nach Neujahr beginnen und die Karnevals-Freude in unzähligen Comite´s getheilt, regelmäßige Sitzungen in jeder Woche halten, die namentlich in den untersten Ständen in Nachtschwärmereien ausarteten."

Seit seiner Gründung 1829 war der "Allgemeine Verein der Karnevalsfreunde" aus politischen Gründen mehrmals verboten worden. Kölner und Düsseldorfer Karnevalisten trafen sich immer wieder; 1844 kam es auf der Insel Nonnenwerth zu einer Zusammenkunft von Karnevalsfreunden aus Bonn, Düsseldorf, Koblenz, Köln und Mainz.

1844: Ein ganzer Aktenband beinhaltet die polizeyliche Beaufsichtigung der Carnevals-Belustigungen, 'Weil es oft vorkommt, daß sich hinter diesem Treiben, seinen Gesängen und Reden staatsfeindliche Umtriebe verstecken".

Am 27. Januar 1844 teilte der Kommandeur der 14. Division zu Düsseldorf mit, daß mehrere Hautboisten von ihm mit Arrest bestraft worden seien, weil sie ohne die erforderliche polizeyliche Genehmigung zu besitzen oder beantragen zu lassen auf Veranlassung eines Mannes namens Junkersdorf Musik gemacht hätten. Anlaß zu dieser Maßnahmen war aber in Wirklichkeit der Ärger über eine Rede des Carnevalspräsidenten, in der er die geheiligte Person Seiner Majestät des Preußischen Königs persifliert und somit herabgewürdigt haben soll. Der genaue Inhalt der Rede bzw. ein Conzept dazu konnte aber trotz eifrigsten Bemühens der Polizey nicht beschafft werden.
Da in einigen Versammlungen des Allgemeinen Vereins der Carnevals-Freunde trotz staatlicher Ordnung keine Ruhe und Besonnenheit eintreten wollte, ordnete der Regierungspräsident über den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf die Auflösung dieses Carnevals-Vereins an. Interessant ist dabei zu lesen, daß im Vorstand des Vereins Namen auftauchen, die vier Jahre später bei der Revolution 1848 wieder an vorderster Stelle genannt werden.