AVDK von 1829

Geschichte der ältesten Karnevalsgesellschaft Düsseldorfs

2004

175 Jahre AVDK

Watt kütt dat kütt

So lautete das Motto der Session 2004 in Düsseldorf.

Für Fremde: "Was kommt das kommt" - ein Stück rheinischer Fatalismus. Aber auch ein Zeugnis von rheinischer Gelassenheit und damit verbundenem Durchsetzungsvermögen. Wer hätte 1829 gedacht, dass es der Allgemeine Verein mal zu einem solchen Jubiläum schaffen würde? Die preussische Regierung jedenfalls hätte es sich nicht erträumt.


Dazu schreibt die Rheinische Post:

Düsseldorf (RPO) Düsseldorf (RP). Am liebsten möchte Stefan Kleinehr den Rosenmontagszug im nächsten Jahr auf Veilchendienstag verschieben. Nicht, weil der Präsident des Allgemeinen Vereins Düsseldorfer Karnevalsfreunde, kurz AVDK, Mönchengladbach übertrumpfen möchte. Nein, nächstes Jahr am Veilchendienstag, am 8. Februar 2005, feiert der AVDK Jubiläum. Er wird 16 mal 11 Jahre alt.

Doch das CC wird dem Wunsch des Präsidenten wohl kaum entgegen kommen, zumal der AVDK auch schon in diesem Jahr einen Jubiläumsgeburtstag feiert. Er wurde gestern vor 175 Jahren gegründet und ist damit der älteste Karnevalsverein Düsseldorfs.

Während sich die einen Gardisten, die anderen schlicht Mitglieder oder einfach nur Narren nennen, geht es beim AVDK vornehmer zu. Die 130 Mitglieder heißen Senatoren. Man schaue sich nur die schicken Anzüge an, die die Herren des Elferrats statt Uniform tragen. Das macht was her. Und das schon lange.

Die Geschichte berichtet, dass am Niederrhein schon vor Jahrhunderten Narrenvereinigungen entstanden waren. In Düsseldorf wurde der Karneval von "hoch und niedrig" gefeiert, das beweisen Urkunden.

1826 schlossen sich "capabele Bürger" zu einer losen Vereinigung zusammen. Doch zwei Jahre später wollten Behörden den Karneval in Düsseldorf unterdrücken. Daraufhin schloss sich die Vereinigung enger zusammen. Sie traf sich am 8. Februar 1829, um 4 Uhr im Saale des Hofgartenhauses zur Generalversammlung. Es war letztendlich die Gründungsversammlung, und man gab sich den Namen "Carnevalsverein pro 1829", abgekürzt "pro." Der AVDK war gegründet, wenn auch noch unter anderem Namen.

Doch er hatte schon einen Präsidenten: den Regierungsreferendar Leo Schumacher. "Zielbewusst, geistreich und humorvoll übernahm er die Leitung der Sitzungen, Maskenbälle, Kappenfahrten und Faschingszüge", heißt es in einer früheren Chronik. Damals zählte Düsseldorf übrigens 28000 Einwohner, und zu den Sitzungen waren nur Herren zugelassen.

Das hat sich glücklicherweise geändert. Inzwischen dürfen sogar Frauen beim AVDK Senatorinnen werden. Weil sich schon wenige Jahre nach der Gründung zwei lose "Carnevalsvereinigungen" dem "pro" anschlossen, lautet der Name nun "Allgemeiner Verein der Carnevalsfreunde 1829".

Den Namen trägt der Verein heute noch, mit dem kleinen Unterschied, dass aus dem C ein K wurde.

Doch der Kampf um die offizielle Anerkennung des Düsseldorfer Karnevals bei Regierung und Stadtverwaltung ging weiter. Erst nach siebenjährigem Streit wurde die Erlaubnis zu öffentlichen Maskenzügen erteilt.

Inzwischen weht in dem alten Verein frischer Wind. Denn junges Blut regiert. Sein Präsident Stefan Kleinehr (37) hat "neuen Schwung in den Verein gebracht". Das betont CC-Chef Günther Pagalies in seinem Gratulationsschreiben.